Rasse Gonczy Polski

 

Der Gonczy Polski, der Polnische Jagdhund oder Polnische Laufhund, hat seinen Ursprung in  Polen.  Dort wird er hauptsächlich für die Schwarz– und Rotwildjagd, gelegentlich aber  auch  zur Jagd von Fűchsen und Hasen im Bergland von Sűdpolen, eingesetzt.

In Deutschland ist die Rasse bisher noch wenig verbreitet, sie wird aber immer beliebter, da sie durch  ihre hervorragenden Eigenschaften  auf Stöberjagden und beim Einsatz auf der Schweißfährte auf sich aufmerksam macht. Zur Zeit (Stand Dez. 2019) leben etwa 350 bis 400 Gonczy ´s in Deutschland.

Am 07. November 2017 erfolgte die  Anerkennung der Rasse durch die FCI.

Mit unserer Hündin „Cara von der Fischbeker Heide“  haben wir 2017 an der  Rassevorstellung  des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) auf der  World Dog Show in Leipzig  teilgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der gültige Rassestandard wurde  am 7. November 2017 von der FCI publiziert:

www.fci.be/de/nomenclature/POLNISCHER-JAGDHUND-354.html

Es gibt heute neben dem hier beschriebenen Polnischen Laufhund, Gonczy Polski, noch die Polnische Bracke, den Ogar Polski. Beide Hunderassen sind miteinander verwandt. Der Gończy Polski ist  mit bis zu 59 cm jedoch kleiner und leichter als der Ogar.

Geschichte

Schon im frühen XIII. Jahrhundert wurde die Jagd mit Schweißhunden in polnischer Literatur erwähnt. Dadurch ,das Polen schon von jeher ein Land mit vielen tiefen Wäldern und reichlich Großwild war , waren die Schweißhunde wertvolle Hilfskräfte für die Jäger. Die Jagd mit Schweißhunden war bei den polnischen Adeligen hoch geschätzt, wie man in Nachlässen aus dem XIV. Jahrhundert ersehen kann.  Im XVII. Jahrhundert waren schon mindestens zwei verschiedene Typen des polnischen Schweißhundes gut etabliert. Detaillierte Beschreibungen findet man in Jagd Literatur vom XIX. Jahrhundert: Im Jahr 1819 beschreibt Jan Szytier (Poradnik Mysliwych) die polnische “brach” und den polnischen Schweißhund; im Jahre 1821 gibt W.Kozlowski in der Zeitschrift “Sylwan” eine Beschreibung von beiden Typen, der polnischen “brach” (schwerer) und des polnischen Schweißhundes (leichter); eine sehr detaillierte Beschreibung von Ignacy Bogatynski (18231825, Nauka Lowiectwa) konnte man als ersten Rassestandard benutzen.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden die polnischen Schweißhunde weiterhin in Polen zur Jagd benutzt, im Osten und speziell im Gebirge und in schwer zugänglichen Gegenden.

Der berühmte polnische Hundeforscher, Jozef Pawuslewicz (1903 – 1979) jagte mit polnischen Schweißhunden; er war mit der Entstehung der Zucht dieser Rasse beschäftigt. Er schrieb den ersten Rassestandard und es ist ihm zu verdanken, dass diese Hunde offiziell von der Polnischen Kynologischen Vereinigung registriert wurden.

Kurzer geschichtlicher Auszug von einer polnischen Homepage:

„Gończy Polski ist offizieller Name der jüngsten (fünften) polnischen Hunderasse, deren Standard durch den polnischen Hundewesenverein ZKwP 1983 angenommen und dort registriert wurde. Obwohl erst vor kurzem (2006) von FCI anerkannt, hat diese Rasse eine lange, traditionsreiche Vorgeschichte. Gończy Polski ist eine Laufhunderasse, die bereits vor Jahrhunderten dem polnischen Adel Gesellschaft leistete. Von den damals vorkommenden verschiedenen Laufhunderassen wurden von den einzelnen Besitzern solche bevorzugt, die für die jeweilige Geländestruktur oder die gejagte Wildart am ehesten geeignet waren. Noch vor dem 2. Weltkrieg wurden alle Arten der Laufhunde in Polen unter einem gemeinsamen Namen "polnischer Ogar" (Ogar Polski) geführt.
Der erste Mensch, den zu dieser Zeit die schwere Lage der Laufhunde in Polen bewegte, war Oberst Józef Paw
łusiewicz (stammte aus einer Jägerfamilie), der die aus dem Nachlass von seinem Vater geerbten Hunde zusammen mit den vom Krieg verschonten Restbeständen der Ogar Polski (hauptsächlich in Bieszczady und Vorkarpatenland) für eine gemeinsame Zucht gesammelt hat (die seitdem den Beinamen "Karpatenzucht" hatte). Es waren Hunde - allgemein ausgedrückt - von einem leichteren (kleineren) Typ, mit schwarzem Haarkleid mit Brand. Die Zucht des Oberst Pawłusiewicz wurde in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch ZKwP als Experimentalzucht für die Rasse "Ogar Polski" registriert. Am Anfang waren die Hunde dieser Zucht in das vorläufige Zuchtbuch eingetragen, mit der Zeit fanden die nächsten Generationen aber schon ihr Platz in den polnischen Ahnentafeln.
Ende 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts führte ein anderer Enthusiast und Gönner der Laufhunde, Oberst Piotr Kartawik, einige, dem Ogar ähnliche Hunde aus Ostpolen (Kresy Wschodnie, Weissrussland) ins Land ein. Es waren größere, schwerere Hunde, stets mit Sattelhaar. So hatte man in Polen die bereits registrierte Rasse Ogar Polski, man unterschied jedoch darunter zwei Typen: den "Paw
łusiewicz-" bzw. "Kartawik-Hund".
1966 wurde die Rasse Ogar Polski von FCI aufgrund der Merkmale der Hunde vom Typ "Kartawik" als Standard registriert. Die Laufhunde vom Typ "Paw
łusiewicz" entsprachen aber nicht diesem anerkannten Standard (solche Hunde wurden bei Wettbewerben und Ausstellungen disqualifiziert). Versuche, sie mit den Kartawiks Hunden zu kreuzen, bewiesen, dass beide Ogar-Arten verschiedene Genotypen aufweisen. Allmählich wurden sie aus den Zuchten eliminiert und gerieten für viele Jahre in Vergessenheit. Glücklicherweise wurden die Pawłusiewicz-Ogars, vor allem aber ihr einmaliger Gebrauchswert, von den Jägern geschätzt, die nicht verzichtet haben, diese Hunde weiter zu züchten, auch wenn sie nicht dem bereits existierenden Ogar-Standard entsprachen.
1983 wurde ein Standard für die Paw
łusiewicz-Hunde entwickelt, und seitdem wurden sie offiziell GOŃCZY POLSKI genannt. Zugleich wurden die ersten Vertreter der Rasse in das vorläufige Verzeichnis eingetragen. Die ersten Würfe gab es 1984, die ersten Hunde mit dokumentiertem Stammbaum 1989.
Seit vielen Jahren wurden eifrig Bemühungen angestellt, diese heimliche schöne Rasse von FCI anzuerkennen. Deshalb wurde ihre offizielle Anerkennung durch FCI während der Internationalen Hundeausstellung in Posen 2006 von allen Züchtern, Besitzern und einer Reihe von Gonczy-Liebhabern als Krönung vieler Jahrzehnte intensiver Arbeit empfunden“ (
Quelle: www.gonczypolski-relaks.vanti.pl/niemiecki.html, Dr. Michael Sowa, Berlin, Stand 27.12.2019).

 

Aussehen

Der Gonczy Polski ist ein gelenkiger Hund mit kompaktem, rechteckigem Kőrperbau. Der Knochenbau ist kräftig aber nicht schwer. Aufgrund seiner Beweglichkeit wird er in Polen, vor allem in den Bergen auf besonders schwierigem Gebiet, gerne zur Jagd eingesetzt. 

Der Gonczy Polski gehört mit seiner Körpergröße und seinem Gewicht zu den mittelgroßen Hunden. Während Rüden 55 bis 59 Zentimeter groß werden, sind es bei den Hündinnen 50 bis 55 Zentimeter. Sein Idealgewicht wird für Rüden und Hündinnen mit 22 bis 26 Kilogramm angegeben, wobei Rüden heute wohl auch öfter mal etwas schwerer sind.

Den polnischen Laufhund gibt es in 3 Farbschlägen:

·        Schwarz mit Loh, wobei sich das Loh klar von der schwarzen Farbe unterscheiden sollte.

·        Braun mit Loh.

·        Rot mit schwarzem, braunen oder fleischfarbenem nasenschwamm. Dabei kann rotfalbes Haar              mit etwas schwarz überzogen sein.

Loh ist eine Kombination aus braun und rot, ein helles Rotbraun, in diesem Fall, beim polnischen Laufhund, sollte das Loh sehr intensiv sein. .

Rotfarbene Hunde sind sehr  selten und kommen auch in Polen nur in wenigen Exemplaren vor. Teilweise werden rote Hunde ohne Papiere, lediglich aufgrund vorheriger phänotypischer Beurteilung, in die Zucht aufgenommen. Hierbei gilt es dann die Folgegenerationen besonders sorgsam zu beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cara von der Fischbeker Heide

Charakter

In Wesen und Verhalten, wird der Gonczy Polski als stabil und sanft jedoch auch als  mutig und tapfer beschrieben. Er ist intelligent und lernfähig—hat aber auch seinen eigenen „Bracken- Willen“. Schon in frühester Jugend sollte er daher seinen Platz im (Familien)-Rudel klar kennenlernen. Es ist aber genau so wichtig, dass sein Führer / seine Führerin und die ganze Familie sein eigenes Wesen akzeptieren lernen und keine „sklavische“ Unterordnung verlangen. Solch eine Erwartung würde diese Hunde brechen und ihre hervorragenden Qualitäten in Sachen Jagdverstand und eigenständigem Denken wären wohl kaum noch zu nutzen. Er ist nicht aggressiv aber verbleibt Fremden gegenüber zurückhaltend. Er ist kinderlieb und temperamentvoll. Vor diesem Hintergrund bedarf es bei seiner Ausbildung und Führung einer gewissen Portion Beharrlichkeit, Konsequenz sowie Ruhe und  Ausdauer. Dafür bekommt man dann einen verlässlichen, treuen und wesensfesten Gefährten für die Jagd und die Familie.

Ergänzend zu diesen  Qualitäten sollten auch noch seine sehr guten Qualitäten als Wachhund hier Erwähnung finden.

 

Zucht / Vereine

Die Rasse Gonczy Polski gehört zu den vom VDH direkt betreuten Rassen, da es derzeit noch keinen anerkannten Rassehundezuchtverband für diese in Deutschland junge Rasse gibt.

Aktuell gibt es zwei Gruppierungen von Züchtern und Haltern dieser Hunde in Deutschland:

Den Freundeskreis Gonczy Polski Deutschland und den Verein Gonczy Polski Deutshland e. V.

 

Quellenverzeichnis:

http://www.fci.be/de/nomenclature/POLNISCHER-JAGDHUND-354.html

https://hundetipps.info/hunderassen/polnischer-laufhund-gonczy-polski/